Lyrische Abschüsse

Sonntag, 6. Januar 2008

[Richtung Heimat, halt mich.]

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Dann nahm ich seine Hand
und führte sie ihm zu Gesicht.
Er sagte: Stör mich nicht!
Ich muss mich jetzt aufs Sterben konzentrieren.

Wir fuhren lang. Es lebte eine Landschaft
um uns laut auf. Sie zog sich bunt und farbenmächtig an.
Wir zogen dran vorbei.
Er sagte: Stör mich nicht!
Es ist ganz einerlei. Ein jeder Mond weiß aufzugehn.
Ein jedes Feld sich grün zu kleiden.

Die Sonne weiß an welchem Ort
sie standhaft bleiben muss.
Es spriest auf jedem Acker neuer Weizen.
Ein jeder Bäcker sorgt für Brot.
Nur ich, ich möchte sonst nichts weiter.

Drum halte still, es tut nichts not.

Freitag, 28. Dezember 2007

Land; leerstehend.

Deine Heimat fällt aus deinen Augen -
richtungslos. Woher du kamst ist nicht,
wohin du gehst, denn wo du warst ist nicht mehr,
was es ist. Du hältst die Lieben
kaum, denn du kannst nichts mehr halten. Du bist ein
Fallen. Du fällst, weißt nicht wohin.
Wohin du gingst ist nicht mehr,
was es war, wohin du gehst ist dir
nicht klar. Das Kleine hält dich grad am Leben;

du hoffst: Ich würde öfter meine Arme
um dich legen.

Aime; singend.

-ach, ich muss wohl schlafen. sehe nichts.
wie du jetzt mit deiner handvoll träume.
in das grau des tages wächst. und der himmel
trägt die seinen: sterne, mond und so klimbim
guckt ganz weise, lächelt still. geh! und witter
wolken. wie du jetzt nach deinen träumen
rennst. wie du eilst und ohne atem
ziel und weg nicht mehr erkennst! geh, witter
die wolken! ach, sie gucken still. sind ganz leis.
lauf um deine freiheit, lauf! ach, sie gucken still.
ach, sie sind so leis.

Land; brachliegend.

kIn meinem Haus steht kein Herd,
auf keinem Herd steht kein Topf.
Ich habe Tränen, die sind ungeweint
bitter. Ich kenne kein Land,

auf dem jetzt Hoffnung wächst -
Aus meinen Augen wächst Weizen.
In keinem Ofen ist
kein Brot. Ich habe die Liebe erklärt:

Minus mal Minus ist Plus. Der Himmel unendlich.
Und dass ich jetzt kein Land mehr sehe,
auf dem noch Hoffnung wächst
ist nicht schlimm, denn

auf keinem Herd steht
kein Topf. Aus meinen Augen wächst Weizen.
Doch in keinem Ofen ist
kein Brot.

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