Außen

Sonntag, 6. Januar 2008

Ich, 2, 3

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Monsieur,

unser Leben ist ein rauschend buntes Fest, wir celebrieren es in unseren nackten Träumen, brechen es aus unseren vollen Leibern, würgen Brei um Brei hervor, begießen unsere ausgetrockneten Münder mit feinstem Champagner, so wir es uns von einer Zeit zur andern leisten können, begutachten Begutachtende mit wissenschaftlichen Blicken, die an der Leere sämtlicher Inhalte mürbe werden; Monsieur, und dann und wann sprechen wir von Religionen und Kirchen und sagen: Aber es ist alles gut so, weil du liebst, weil du lieben kannst und weil du geliebt wirst. Aber Monsieur, das sage ich Ihnen, dieses rauschende Fest, das in meinen Ohren lärmt und das Licht meiner Augen wie mit Feuerwerkskörpern um ein Vielfaches sprengt, zerfetzt im selben Moment, allzugleich meine innersten Innereien, reißt mir die Därme aus den aufgerissenen Augen, lässt das Blut aus den aufschwellenden Adern meine nichtssagenden Hände hervorstoßen; verätzt mir Speiseröhre und Rückenmark und das allerschlimmste aber, Monsieur, bricht mir das bisschen restliche verbliebene Rückgrat, Ihnen zu sagen: Aber ich liebe Sie nicht, Monsieur, und wie soll da also irgendetwas gut sein.

...

Das Problem mit den Männern ist, dass sie früher oder später immer irgendetwas wollen. In ihnen schlummert noch immer der besitzergreifende Jäger- und Sammlerinstinkt. Im Grunde können sie es überhaupt nicht ertragen, für eine Frau, die sie ins Auge gefasst haben, nichts besonderes zu sein, können die Unabhängigkeit einer Frau nicht ertragen, können es vor allem nicht hinnehmen, als Versorger abdingbar zu sein, wünschen sich am liebsten, - bei allem Verstand -, ein schwaches Weib, ein zartes Geschöpf, das auf ihre sichere, männliche Hand angewiesen ist.

Dafür können die Männer nichts, das liegt also in ihrer Veranlagung, - ist ihnen seit Jahrtausenden mitgegeben. Man könnte weitergehen und behaupten, sie wären zu dumm, um über sich selbst zu stehen.

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