Freitag, 28. Dezember 2007

Land; leerstehend.

Deine Heimat fällt aus deinen Augen -
richtungslos. Woher du kamst ist nicht,
wohin du gehst, denn wo du warst ist nicht mehr,
was es ist. Du hältst die Lieben
kaum, denn du kannst nichts mehr halten. Du bist ein
Fallen. Du fällst, weißt nicht wohin.
Wohin du gingst ist nicht mehr,
was es war, wohin du gehst ist dir
nicht klar. Das Kleine hält dich grad am Leben;

du hoffst: Ich würde öfter meine Arme
um dich legen.

Bonlui

Ich habe diese jämmerlich mickrige Auswahl von Geschehnissen, von denen jedes einzelne eigentlich unheimlich tragisch und bewegend ist, lediglich aufgelistet, um zu beweisen, dass ich wenigstens ansatzweise weiß, was um uns geschieht, auch wenn ich nichts davon verstehe; und vorsorglich, um mich zu rechtfertigen, da ich nun trotzdem wieder dahin zurückkommen werde, von Bonlui und mir zu sprechen, als gäbe es unsere Zeit nicht, als wären wir: unabhängig von flutender Moderne, Menschen mit Herz und Verstand, mit einem Herzen und einem Verstand, der/die/das größer ist als unserer Zeit. Natürlich weiß ich, dass das nicht möglich ist, für mich nicht und für Bonlui nicht, denn wir sind keine Übermenschen, das weiß ich, obwohl ich naiv bin und furchteinflößend idealistisch. Aber ich kann mir wenigstens einreden, der Idealismus sei, verglichen mit andersgearteten Fanatismen, das kleinere Übel. (Ich habe das Bedürfnis, mich für meine Kommaschwäche zu entschuldigen.)

...

h

Aime; singend.

-ach, ich muss wohl schlafen. sehe nichts.
wie du jetzt mit deiner handvoll träume.
in das grau des tages wächst. und der himmel
trägt die seinen: sterne, mond und so klimbim
guckt ganz weise, lächelt still. geh! und witter
wolken. wie du jetzt nach deinen träumen
rennst. wie du eilst und ohne atem
ziel und weg nicht mehr erkennst! geh, witter
die wolken! ach, sie gucken still. sind ganz leis.
lauf um deine freiheit, lauf! ach, sie gucken still.
ach, sie sind so leis.

Land; brachliegend.

kIn meinem Haus steht kein Herd,
auf keinem Herd steht kein Topf.
Ich habe Tränen, die sind ungeweint
bitter. Ich kenne kein Land,

auf dem jetzt Hoffnung wächst -
Aus meinen Augen wächst Weizen.
In keinem Ofen ist
kein Brot. Ich habe die Liebe erklärt:

Minus mal Minus ist Plus. Der Himmel unendlich.
Und dass ich jetzt kein Land mehr sehe,
auf dem noch Hoffnung wächst
ist nicht schlimm, denn

auf keinem Herd steht
kein Topf. Aus meinen Augen wächst Weizen.
Doch in keinem Ofen ist
kein Brot.

Text

Man lebte dort schließlich wie in einer großen Familie, und wie es ist in großen Familien oder Familien, die kleiner sind: So lange man mit der Familie ist, fällt sie einem auf den Geist. Keinen Schritt kann man machen, der unbemerkt bliebe, kein Augenzwinkern, das ungestraft, keinen Atemzug, der ohne Folgen. Ist man dann aber fern der Familie, allein unter trübsinnigen Gedanken, vermisst man die Familie, bekommt Heimweh und fragt sich, was wohl all die lieben Menschen machen. Sind sie gerade glücklich? Wie verbringen sie Weihnachten? Gerade noch war man umgeben von ihnen und ihren Gedanken und findet sich nun in einem weitem Raum wieder, in dem man alleine ist.

-

elf tja, ich weiß auch nicht.

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